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JG 74 “M” “Mölders” Umrüstung: Mai 1964, Außerdienststellung: Juli 1974, Gesamtflugstunden: 81840 h |
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Basierend auf der gültigen Luftwaffenaufstellungsplanung des Jahres 1959 wurde für 1960 der Aufbau des Jagdgeschwaders 75 als erstes Allwetterjagdgeschwader der Luftwaffe befohlen. Die Aufstellung von vier Tagjagdgeschwadern JG 71 bis JG 74 und zwei Allwetterjagdgeschwadern JG 75 und JG 76 war zu diesem Zeitpunkt noch vorgesehen. Wie zuvor bei den Jagdgeschwadern 71 bis 73 sollte auch beim JG 75 die Waffenschule 10 in Oldenburg eine Patenrolle übernehmen und anfängliche Aufbauhilfe leisten. Gemäß Luftwaffenaufstellungsbefehl Nr. 118 vom 01. April 1959 wurde daher die 3. Staffel der WaSLw 10 mit der Ausbildung der ersten F-86K-Allwetterjäger Flugzeugführer und dem Aufbau des Jagdgeschwaders 75 beauftragt. Am 16. Juni übernahm Hauptmann Pieper die 3. Staffel als Staffelkapitän. Hauptmann Pieper kam direkt aus Istrana/Italien, wo er als einziger deutscher Flugzeugführer in den Monaten April und Mai an einer F-86K Schulung der italienischen Luftwaffe teilgenommen hatte. Gleichzeitig traf in Oldenburg ein etwa 15-köpfiges Beraterteam der Firmen North American und General Electric sowie der USAF ein. Die stetig personell und materiell anwachsende F-86K Ausbildungsstaffel erschwerte den Sabre-Flugbetrieb der WaSLw 10, so dass eine Verlegung der 3. Staffel fir den Sommer 1960 eingeplant werden musste. Der sich im Bau befindende und fir das Jagdgeschwader 75 vorgesehene Fliegerhorst Neuburg/Donau war jedoch zu diesem Zeitpunkt noch nicht in der Lage, einen fliegenden Verband aufzunehmen. Für eine Ubergangszeit wurde daher der Fliegerhorst Leipheim bei Günzburg als Standort des ersten Allwetterjagdgeschwaders ausgewählt. Kurz nachdem am 20. August die 1.000. F-86K Flugstunde in Oldenburg gefeiert werden konnte, begann die Verlegung nach Leipheim. Mit Wirkung 1. Oktober 1960 wurde die offizielle Aufstellung des Jagdgeschwaders 75 angeordnet, bis zum Ende des Monats war die Verlegung von Oldenburg abgeschlossen und der Flugbetrieb des jungen Geschwaders unter der Führung von Major Wegner konnte in Leipheim beginnen. Major Wegner hatte schon Führungspositionen bei den Jagdbombergeschwadern 33 und 34 bekleidet, ehe er zur F-86K Schulung nach Oldenburg kommandiert worden war. Die überarbeitete Luftwaffenaufstellungsplanung beinhaltete Anfang 1961 nur noch drei Tagjagdgeschwader und ein Allwetterjagdgeschwader, so dass der nach Neuburg verlegte Verband mit Wirkung 01. Mai 1961 von Jagdgeschwader 75 in Jagdgeschwader 74 umbenannt wurde. Fünf Tage später, am 05. Mai, erfolgte die feierliche Indienststellung. Major Wegner wurde gleichzeitig vom Inspekteur der Luftwaffe, Generalleutnant Kammhuber, zum Oberstleutnant befördert. Im gleichen Monat noch gab es in Decimomannu/Sardinien eine Luftschießerprobung auf das „Colantoni"-Schleppziel. Das in Italien entwickelte „Colantoni"-Banner besaß Metallreflektoren als Hilfestellung zur Radar-Zielauffassung und wurde an einem etwa 5.000 Fuß langen Kabel von einem „Towship" geschleppt. Im Cockpit der anfliegenden F-86K musste neben dem Zielbanner auch das Schleppflugzeug eindeutig auf dem Radarschirm erkennbar sein. Nur dann durfte nach dem Aufschalten des Radars auf das Schleppziel und dem Aktivieren des Feuerleitsystems das Luft-Luft-Kanonenschießen beginnen. Bedingt durch Probleme mit der Stabilität und der Aufhängung des „Colantoni-Schleppziels" konnte die Erprobung letztlich nicht erfolgreich abgeschlossen werden. Die Forderung, zu Übungszwecken und mit Hilfe des radargestützten Feuerleitsystems MG-4 der F-86K Luft-Luft-Kanonenschießen auf ein Schleppziel durchführen zu können, war nicht erfüllbar. Vor dem Hintergrund der für das Jahr 1964 geplanten Umrüstung des Geschwaders auf das Waffensystem F-104G Starfighter nahm man von weiteren Versuchen mit radar-reflektierenden Schleppzielen Abstand. Am 08. April 1963 erzielte Oberleutnant Plendl die 10.000. Flugstunde des Jagdgeschwaders 74 mit dem Einsatzmuster F-86K. Am 05. Januar 1966 schließlich flog der Kommandeur der Fliegenden Gruppe, Oberstleutnant Pieper, die letzte F-86K des Geschwaders von Neuburg/Donau nach Oberpfaffenhofen zur Betreuungsfirma Dornier. Oberstleutnant Pieper hatte schon im September 1959 als Hauptmann und Staffelkapitän der 3. Staffel/WaSLw 10 die erste F-86K füt- das spätere JG 74 nach Oldenburg gebracht. Etwa sechs Jahre später fand somit die F-86K Periode des ersten Allwetterjagdgeschwaders der Luftwaffe ein Ende. |
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