JaboG 36

Umrüstung: Februar 1965, Außerdienststellung: Januar 1975, Gesamtflugstunden: 82722 h

Der Fliegerhorst Hopsten wurde der Standort für das letzte aufzustellende schwere Jagdbombergeschwader der jungen Luftwaffe. Im Jahre 1959 erging der Bauauftrag für den Fliegerhorst im Bereich der Gemeinde Dreierwalde und einer Kasernenanlage in Rheine. Der Fliegerhorst entstand auf dem Gelände des alten Feldflugplatzes, der während des 2. Weltkrieges von verschiedenen Jagd- und Kampfgeschwadern benutzt worden war. In den letzten Monaten des Krieges flogen Me 262 und Ar 234 Strahlflugzeuge von Hopsten aus ihre Einsätze.

Die 1. Staffel des JaboG 36 wurde im Frühjahr 1961 in Nörvenich aufgestellt. Flugzeugführer des JaboG 31, die nicht für die Umschulung auf den Starfighter vorgesehen waren, bildeten den Stamm des fliegenden Personals für das neue Geschwader. Hierzu zählten alle Unteroffiziers-Piloten des JaboG 31, da zu diesem Zeitpunkt nur Offiziere für den Einsatz auf dem Starfighter eingeplant wurden. Zusammen mit einem Kommando des JaboG 31, dem kurz zuvor der Traditionsname „Boelcke" verliehen worden war, verlegte die 1. Staffel im Mai zum Waffentraining nach Decimomannu/ Sardinien.

Im Laufe des Monats August 1961 wurden alle verbliebenen F-84F des JaboG 31 „B" nach Hopsten geflogen und an das neue Geschwader übergeben.

Nach Beendigung des Waffentrainings in Sardinien flog die 1. Staffel am 31. August zum neuen Standort Rheine/Hopsten. Auch hier war zunächst von allen Soldaten viel Improvisationsgeist gefordert, da die Baumaßnahmen noch nicht abgeschlossen waren und grope Materialengpässe bestanden.
Am 12. Dezember 1961 erfolgte die offizielle Indienststellung des Geschwaders. Schon einige Wochen zuvor war die 1. Staffel für den Einsatz der NATO unterstellt worden.

Die 2. Staffel des Geschwaders wurde am 01. Februar 1962 in Dienst gestellt. Der Auftrag der Staffel war die Europäisierung junger, von der fliegerischen Grundschulung aus den USA zurückkehrender Flugzeugführer. Vor der Versetzung in die F-84F Verbände durchliefen diese jungen Piloten in Hopsten das so genannte „Combat Training Program". Neben Instrumentenflugausbildung und Tiefflug beinhaltete die Ausbildung eine taktische Einweisung in die Jagdbomberrolle. Jeweils acht bis zehn F-84F Fluglehrer zählten in den folgenden Jahren zum Stammpersonal der Staffel.

Im Februar 1965 begann die Umrüstung auf das neue Waffensystem F-104G Starfighter. Der erste Starfighter wurde vom Kommodore, Oberstleutnant Kmitta, am 02. Februar 1965 nach Hopsten geflogen.

Während der Umrüstphase verlegte im Sommer 1965 im Rahmen der Übung „Eastern Express" ein Kommando mit 18 F-84F nach Erhac in der Türkei. Intensive Tiefflugausbildung über der Türkei bildete für die an diesem Kommando teilnehmenden Flugzeugführer einen Höhepunkt ihrer Fliegerei mit der F - 84F .
Am 03. Oktober 1966 verließen die letzten beiden F-84F das Geschwader in Hopsten. Hiermit ging nicht nur für das Jagdbombergeschwader 36 der Einsatzzeitraum mit der F-84F zu Ende. Auch für die Luftwaffe hied es an diesem Tag langsam Abschied nehmen von der „Gusseisernen" nach circa zehn Jahren treuer Dienste in den Jagdbomber- und Aufklärungsgeschwadern. Nur das Jagdbombergeschwader 34 flog einige F-84F noch bis zum Jahresende.

           

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