JaboG 31 “Boelke”

Umrüstung: Februar 1962, Außerdienststellung: Mai 1983, Gesamtflugstunden: 211412 h

Die Aufstellung des Jagdbombergeschwaders 31 als erster taktischer Jagdbomberverband der Luftwaffe wurde am 07. August 1957 durch den Führungsstab der Luftwaffe verfügt. Schon im Herbst des Jahres begann in Michel mit Hilfe der Waffenschule 30 der Aufbau der beiden Fliegenden Staffeln des Geschwaders.

Im Januar 1958 erfolgte die Verlegung auf den als Standort zugewiesenen Fliegerhorst Nörvenich bei Duren. Am 20. Januar landete dort mit der ersten F-84F von Büchel kommend der zukünftige Kommodore des Geschwaders, Major Barkhorn. Ihm folgte der Staffelkapitan der 1. Fliegenden Staffel, Major Meyn, an Bord einer Harvard MK IV. Beiden Offizieren wurde von Vertretern der umliegenden Städte und Gemeinden sowie von der lokalen Presse ein würdiger Empfang bereitet.

Am 20. Juni 1958 wurde das Jagdbombergeschwader 31 feierlich durch den Bundesverteidigungsminister Strauß in Dienst gestellt. Der Kommodore des jungen Geschwaders, Major Barkhorn, war einer der erfolgreichsten Jagdflieger des 2. Weltkrieges und Ritterkreuzträger. Auch sein Stellvertreter Major Greve und die beiden Staffelkapitäne Major Meyn und Hauptmann Reinert waren erfolgreiche ehemalige Jagd- bzw. Kampfflieger und Ritterkreuzträger.

Schon bald nach der Indienststellung, am 01. Oktober 1958, erfolgte die erste Verlegung eines Kommandos mit 16 F-84F zur Waffenausbildung nach Bandirma in der Türkei. In den folgenden zwei Monaten wurde in der Türkei die Luft-Boden- und Luft-Luftschießausbildung der jungen F-84F Piloten in Hinblick auf die geplante NATO-Assignierung des Geschwaders intensiv betrieben. Nach Abschluss des Kommandos brachte man als Geschwadermaskottchen zwei Esel mit den Namen Ay (Mond) und Gunes (Sonne) mit nach Nörvenich zurück. Die Esel wurden kurze Zeit später von der 1. Fliegenden Staffel als „vollwertige Staffelangehörige" übernommen, und noch heute zieren zwei Esel das Staffelwappen der 1./JaboG 31 „B".

Am 19. Januar 1959 erfolgte die NATO Unterstellung des Geschwaders. Es war die erste NATO Unterstellung eines Jet-Verbandes der Luftwaffe.

Zwischen September und Dezember gab es mehrere Kommandos der beiden Fliegenden Staffeln zum Luft-Luft Schießen nach Sylt.

Im Laufe des Jahres 1960 begannen die ersten Planungsmaßnahmen für die Umrüstung des Verbandes auf das Waffensystem Starfighter F-104G ab Mitte 1961.
Im Herbst 1960 wurde die Landebahnbefeuerung endlich fertig gestellt, so dass ab dem 15. Oktober die ersten Nachteinsätze geflogen werden konnten.
Im Jahr 1961 erfolgte die Abgabe aller F-84F an das neu aufzustellende Jagdbombergeschwader 36 in Hopsten bei Rheine. Die Auslieferung der neuen Starfighter F-104G nach Nörvenich verzögerte sich jedoch urn mehrere Monate bis in das Jahr 1962 hinein. Mit der Abgabe der F-84F wurden auch alle Flugzeugführer-Unteroffiziere nach Hopsten versetzt, da für die Umschulung auf das Waffensystem F-104G anfangs nur Offiziere vorgesehen waren.

Am 21. April wurde dem Geschwader durch den Inspekteur der Luftwaffe der Traditionsname „Boelcke" verliehen.

Ab Ende Juli 1961 begann die Überführung der F-84F und Abgabe der typenbezogenen Bodengeräte nach Hopsten, und die letzten F-84F verließen den Fliegerhorst Nörvenich am 15. August. Nach nicht ganz vier Jahren fand somit der F-84F Einsatzzeitraum beim Jagdbombergeschwader 31 „B" ein Ende. Nicht ohne Wehmut nahmen die Piloten Abschied von dieser Zeit der großen fliegerischen Freiheiten mit Überlandflügen bis hin nach Casablanca, der wenigen fliegerischen Vorschriften und der lockeren Dienstaufsicht.

Das neue Waffensystem Starfighter F-104G mit der geplanten nuklearen Einsatzrolle sollte große fliegerische Herausforderungen, gleichzeitig aber auch viele neue Vorschriften und Einschränkungen mit sich bringen.

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