AG 52

Umrüstung: November 1964, Außerdienststellung: September 1971, Gesamtflugstunden: 56572 h

Das zweite Aufklärungsgeschwader der Luftwaffe wurde ebenfalls im Laufe des Jahres 1959 in Erding aufgebaut. Der Fliegerhorst Erding als Wiege der beiden neuen Aufklärungsgeschwader und als Standort der Waffenschule 50 war in diesem Zeitraum bis an die Grenzen belastet.

Am 12. Dezember 1959 wurde der Verband in Erding durch Generalleutnant Kammhuber feierlich in Dienst gestellt. Major Metz, ehemaliger Jagdflieger der Wehrmacht, übernahm als erster Kommodore das Geschwader. Nur wenige Tage später, am 22. Dezember 1959,
kam er bei einem Verkehrsunfall während der Heimfahrt zu Beginn der dienstfreien Weihnachtstage ums Leben. Als Nachfolger wurde im Januar 1960 Major Cescotti bestimmt.
Der personelle und materielle Aufbau des Geschwaders wurde im Laufe des Jahres 1960 vor dem Hintergrund der geplanten Verlegung im Herbst des Jahres nach Eggebek in Schleswig-Holstein verstärkt. Ein Vorkommando des Geschwaders traf gegen Mitte Oktober 1960 in Eggebek ein. Wie auf so vielen anderen neu erbauten Fliegerhorsten waren auch hier Improvisation und Einfallsreichtum gefragt. Feldhäuser, Holzbaracken, Feldküchen und einige wenige Wellblechhallen warteten auf die Soldaten des AG 52. Mit einer baulichen Fertigstellung von Fliegerhorst und Unterkunftsbereich war nicht vor 1962 zu rechnen. Dennoch wurde die Verlegung des Geschwaders von Erding nach Eggebek An-fang November 1960 abgeschlossen. In den Augen der Luftwaffenführung erhielten zwingend notwendige Baumaßnahmen an einem halbfertigen Fliegerhorst durch die frühzeitige Verlegung eines Einsatzverbandes an diesen Standort den wünschenswerten Nachdruck. Unannehmlichkeiten mussten von den Soldaten in diesen Fällen ertragen werden.
Die Verlegung der Flugzeuge nach Eggebek erfolgte mit dem kleinen Umweg über den etwas nördlich gelegenen Fliegerhorst Leck, da am neuen Standort noch keine GCAAnlage für Schlechtwetteranflüge installiert war. Major Cescotti und Oberleutnant Willing landeten von Leck kommend die ersten beiden RF-84F am 27. Oktober 1960 in Eggebek und wurden hier von den kommunalen Vertretern willkommen geheißen.

Am 11. November 1960 wurde der Verband an seinem Endstandort Eggebek von Generalleutnant Kammhuber erneut feierlich in Dienst gestellt. Die Luftwaffe besaß nun neben dem Jagdgeschwader 72 in Leck und dem Jagdbombergeschwader 35 in Husum ein drittes Einsatzgeschwader in Schleswig-Holstein.

Am 01. August 1963 erfolgte die NATO-Unterstellung des Geschwaders. Kurze Zeit später fiel die Entscheidung, das Geschwader im Herbst 1964 nach Leck zu verlegen.

Im September 1964 wurde das Jagdgeschwader 72 von Leck nach Oldenburg verlegt und machte somit Platz für das Aufklärungsgeschwader 52. Den Fliegerhorst Eggebek übergab man im Anschluss an die Marineflieger.

Am 20. Oktober 1964 landeten im Rahmen der Geschwaderverlegung die ersten Vorbereitende Maßnahmen für die Aufnahme des neuen Waffensystems RF-104G Starfighter waren schon Monate vorher angelaufen. Technisches Personal wurde bei der Technischen Schule in Kaufbeuren umgeschult, während die Flugzeugführer hauptsächlich bei der Waffenschule 10 in Jever das Starfighter-Training durchliefen. Parallel dazu wurde der Fliegerhorst Leck infrastrukturell auf das neue Waffensystem vorbereitet. Die ersten beiden Starfighter für das AG 52 landeten schließlich am 05. November 1964 in Leck.

Am 04. Juni 1966 begann die endgültige Abschleusung der wenigen noch verbliebenen RF-84F. Am 31. August startete die offiziell letzte Thunderflash, von eifrigen Technikern kurz vorher farblich verändert, zum letzten Fluge in der Luftwaffe nach Erding.
 

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